Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter

Wir teilen Erfahrungen rund um die Gemeinschaft - vom Einstieg, dem Leben darin bis zum Ausstieg.


Diese Website ist nicht aus dem Beweggrund entstanden, die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter (GET) oder Personen darin zu verunglimpfen, sondern weil Mitglieder aus dieser Glaubensgemeinschaft Feststellungen und Erfahrungen gemacht haben, die äusserst nachdenklich stimmen.
Unser Ziel ist es nicht zu entzweien, sondern um jeden Einzelnen zu ermutigen offen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Nur ein Geist der Offenheit und Ehrlichkeit kann uns zu selbstdenkenden und selbsturteilenden Nachfolgern machen um wie die Beröer, eine Gesinnung des Prüfens und Forschens zu beweisen, welches der Apostel Paulus als “edel” bezeichnete. (Apostelgeschichte 17.11)
Dazu ist es dringend nötig, auf Ungereimtheiten und falsche Ansichten hinzuweisen. Wir wollen wenn nötig im Ernst aufrütteln, in der Liebe ermahnen und das Licht auf den Leuchter stellen.

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#1 01.03.2018 00:14:41

KingdomCulture
Mitglied

Jesus kann Freiheit sein

Ich bin in eine GET hineingeboren und verbrachte da meine Jugendjahre, bis hin ins Teenageralter und noch ein wenig drüber hinaus. Meine Eltern (beide nicht getauft) waren zum guten Glück nicht ganz so streng und erlaubten uns Kindern sicher das eine oder andere mehr, als anderen aus der GET. Doch wuchs ich in einer Welt auf in der mir eigentlich alles Verboten war, alles was nicht den Geboten des Ältesten entsprach war Sünde.
Erst jetzt, Jahre nach meinem Austritt, wurde mir bewusst das die GET sehr vielen Menschengeboten folgt und nicht nach Gottes Willen handelt, sondern oft wichtige Punkte wie Missionsbefehl, Nächstenliebe und ganze Hingabe Jesus, einfach missachtet oder ganz anders und nicht nach dem Wort Gottes lebt.
Ich wuchs auf ohne jemals von den Eltern gefragt zu werden wies mir geht, ich hätte ja noch etwas sagen können das man nicht hören möchte, oder es könnten Zweifel vom Teufel kommen. Auch konnte ich mit meinen Eltern oder auch mit sonst niemandem über den Glauben sprechen, es war alles irgendwie so ein Mysterium. Umarmung oder eine geste von Liebe kannte ich von meinen Eltern leider nicht.
Am Sonntag mussten wir immer in die Versammlung, nur bei wirklicher Krankheit, Fieber, Magendarmgrippe, konnten wir zu Haue bleiben und wenn es irgendwie ging,mussten wir am Nachmittag dann doch auch noch gehen.
Sonntag für Sonntag wurde mir gepredigt, dass wir umkehren sollten, dass wir niemand wären, dass wir ewig brennen würden, dass die Zeit knapp wäre und und und. Alles riesen Angstmacherei. Die Taufe sei Heilsnotwendig und auch nachher habe mann keine Gewissheit. Ich weiss von Leuten die sich taufen wollten, es aber nicht geschafft haben, weil das in der GET eine schier unmögliche Sache ist.
Mit 18 Jahren war ich an einem Punkt, da konnte ich fast kein Schritt mehr aus dem Haus machen ohne zu denken, oh was mach ich wieder falsch, ich bin doch der schlimmste Sünder. Ich konnte fast nicht mehr Atmen ohne angst zu haben wieder eine Sünde zu begehen. Ich war ein Sklave der Angst. Angst mein ständiger Begleiter. Ich hatte ein Bild von Gott, das ein sehr böser Vater darstellt, der nur darauf wartet mich wieder zu bestrafen. Ich merkte ich kann tun und lassen was ich will, Gott kann mich eh nie gerne haben.
Ich war an einem Punkt an dem ich dachte: Wenn das das Leben als Christ ist, dann wünsch ich das niemandem und ich dachte mit so einem Leben, wenn das alles ist, dann habe ich es gesehen.

Gott sei dank, wollte es der Vater im Himmel anders. Ich fing an, selber in der Bibel zu lesen, ich recherchierte im Internet und merkt plötzlich, dass Gott ja ein liebender Vater ist, dass Gott sein Sohn Jesus (was ich in der GET nicht wusste, ich wusste nicht wer Jesus war) auf die Erde sandte, damit wir wieder Gemeinschaft mit Gott haben können. Durch Jesus sind wir frei von aller Sünde von aller Angst. Mein und dein Leben war Gott wichtiger als das seines Sohnes, er verschonte sein Sohn nicht, er gab ihn auf die Erde, weil er uns so liebt und nicht will dass wir verloren gehen.
Ich bekam plötzlich ein ganz anderes Bild von Gott, ich hörte plötzlich seine Stimme und spürte seine liebe. Ich wurde so hungrig nach Gott und suchte ihn extrem. Von diesem Momentan, begann ein Ablösung- Prozess aus der GET. Durch Zufall (heute weiss ich, es war Gottes Werk) lernte ich Christen aus Freikirchen kennen und sie nahmen mich einfach so mit liebe an, so wie ich war. Total unsicher in meiner Identität, zum teil auch noch sehr schwarz/weiss denkend, unsicher im Glauben mit vielen Zweifel. Sie nahmen mich an und mit in ihre Kirche. Ich durfte von Woche zu Woche erleben und neu erkennen wie Gott wirklich ist. Ich durfte sein Liebe spüren und ich durfte erkennen dass ich gut vor Gott bin. Ich bin nicht perfekt, aber in Gottes Augen wunderbar und er hilft mir täglich all diese Sache die noch nicht ganz stimmen in meinem Leben, Sachen die noch nicht ganz seinem Willen entsprechen, hilft er mir zu verändern. Er ist ein Vater der uns liebt, der eine echte Beziehung mit uns möchte.
Ich durfte in vielen Punkten extreme Freiheit, durch Jesus erfahren. Ich war früher sehr scheu und getrieben von Angst. Jesus machte mich frei. Der glaube an Jesus bringt keine Angst sonder macht frei von jeder Angst. Jesus bringt Freiheit.

So wies in Johannes 8.32 steht : Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien!

Das durfte ich erfahren. Gott hat mich zu einem neuen Menschen gemacht und formt und verändert mich noch jeden Tag mehr, hin zu seinem Ebenbild. Ich bin sehr froh und danke Gott, dass ich den Ausstieg geschafft habe. Es war eine schwere Zeit, aber ich möchte auf mein jetziges Leben betrachtet, nie mehr zurück.
Heute gehe ich in eine Freikirche. Investiere mich da in die Jugendarbeit und bin ein Teil des Leitungsteams, der Jugendarbeit. Gott zeigte mir unzählige Gaben und Talente, die ich in der GET niemals hätte ausleben können.

Das ist meine Geschichte kurz zusammengefasst. Ich könnte fast ein Buch schreiben darüber. Das ganze ist nicht mein verdienst sondern den verdienst, meines Vaters im Himmel, ich wäre heute nicht da wo ich jetzt bin, hätte ich nicht der Wahrheit geglaubt, wäre ich nicht seinem Ruf gefolgt und hätte ich nicht den Mut gehabt aus der GET aus zusteigen.

Ich möchte auch nicht meine Eltern oder die  Menschen in der GET schlecht reden oder über mein Leben weinen, warum ich da hineingeboren wurde, ich möchte viel eher über meine Eltern weinen, dass sie nie diese Liebe des Vaters erfahren haben (auf jedenfall bis heute noch nicht).

Ich möchte jedem Mut machen aus der GET aus zusteigen. In der GET ist kein Friede zu finden. Der wahre Frieden findest du bei Gott und in der GET wirst du Gott wie er wirklich ist nie finden. Sie ist getrieben von Unwahrheiten und Menschengebote. All das hat nichts mit Nächstenliebe oder mit dem Vater im Himmel zu tun. Er ist ganz anders, liebevoll und ein gnädiger Vater. Wenn du noch in der GET bist und ein Unfrieden hast, rastlos bist oder einfach zerstört bist, eine leere fühlst, dann ist das das leise rufen, des Vaters im Himmel, der dir sagen möchte: komm meine geliebte Tochter/ mein geliebter Sohn, komm da raus, komm in die Wahrheit, du bist für viel mehr geschaffen als für das.

Ich hoffe ich konnte all denjenigen die noch in der GET sind oder auch schon ausgetreten sind Mut machen, auf die Wahrheit zu hören und Jesus zu folg

Bei Fragen oder wenn ihr auch ausgestiegen sind oder noch in der GET sind aber fragen habt oder wenn ihr unsicher seid ob ihr aussteigen möchtet. Dann meldet euch doch einfach bei mir. Ich stehe gerne zur verfügung.
Meine E-mail adresse:

kingdomculture@gmx.de

Beitrag geändert von KingdomCulture (01.03.2018 16:50:04)

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