Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter

Wir teilen Erfahrungen rund um die Gemeinschaft - vom Einstieg, dem Leben darin bis zum Ausstieg.


Diese Website ist nicht aus dem Beweggrund entstanden, die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter (GET) oder Personen darin zu verunglimpfen, sondern weil Mitglieder aus dieser Glaubensgemeinschaft Feststellungen und Erfahrungen gemacht haben, die äusserst nachdenklich stimmen.
Unser Ziel ist es nicht zu entzweien, sondern um jeden Einzelnen zu ermutigen offen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Nur ein Geist der Offenheit und Ehrlichkeit kann uns zu selbstdenkenden und selbsturteilenden Nachfolgern machen um wie die Beröer, eine Gesinnung des Prüfens und Forschens zu beweisen, welches der Apostel Paulus als “edel” bezeichnete. (Apostelgeschichte 17.11)
Dazu ist es dringend nötig, auf Ungereimtheiten und falsche Ansichten hinzuweisen. Wir wollen wenn nötig im Ernst aufrütteln, in der Liebe ermahnen und das Licht auf den Leuchter stellen.

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#1 05.11.2016 21:39:44

GET-Wissensinteressierter
Mitglied

"Kehrt euch von der Welt" und Verhalten bei Erbschaften

Bei der GET und ebenso bei der GACC wird anscheinend eine sich widersprechende Verfahrensweise angewendet, welchen Stellenwert Geld hat.

Einerseits wird die Abkehr der Welt gepredigt. ein protestantisches Arbeitsideal wird wohl gepflegt, Sparsamkeit angeraten usw., vor der Liebe zum Gelde gewarnt, aber dennoch besonders im Hinblick auf das Erbe Abhängiger scheint die GET wie auch die GACC sehr erpicht darauf zu sein, etwas davon abzubekommen.

Es gibt mehrere Berichte von Abhängigen, besonders älteren Personen, denen durch das Ansprechen ihres dann schlecht gemachten Gewissens oder im Hinblick auf mögliche Belohnung durch Gott, letztlich durch Sozialdruck versucht wurde, Geld "abzuschwatzen".

Das läuft immer im Geheimen ab, hat aber teilweise perfide Züge, wenn Angehörige dahinter kommen:

Beispiele, die mir genannt wurden, folgen gleich. Um die Anonymität zu wahren, habe ich teilweise auch auf die Abkürzungen der Namen verzichtet, in dem einen Fall ist die Person sehr offen gewesen, hat auch Diener konfrontiert mit ihrem Benehmen, war immer sehr offen damit, ihre Meinung zu äußern, letztlich damit einverstanden, dass es öffentlich gemacht wird:

1. Bericht, Bezug zu Heilbronn, Nagold, Adelshofen:

L.E.H. war das einzige Kind wohl, welches bei der GET, den Alt-Mennoniten in Heilbronn aufwuchs. Sie berichtet, dass....

a) die Gemeinde in Adelshofen einen Bauernhof erbte (er liegt an der Richener Straße 29), auf dem schon vorher auch das Gemeindehaus stand. Nunmehr gehört das gesamte Gelände mit Gebäuden dazu. Das wäre noch nicht schlimm, so etwas geschieht häufig.

Nur berichtet sie, dass "fast alle Mitglieder ihr Vermögen an den Clan (sie entschuldigt sich für die Wendung, doch ist überzeugt, anders kann er nicht genannt werden), vermachen".

Was geschieht also da im geheimen Kreise, was wird den Mitgliedern gepredigt? Meint sie nur Getaufte? Im Weiteren scheint sich dies zu bestätigen.

Sie berichtet, dass G. St. und W. H. beide, der letztere war Bezirksnotar über die Finanzen der Mitglieder und Freuden Bescheid wussten. Das lag auch nahe, denn G. St. war zudem Finanzbeamter und machte die Steuer für "alle".

Somit macht sie deutlich, dass die Getauften oben gemeint sind, die wohl anscheinend viel der Gemeinde vererben. Im Grunde genommen, spricht noch nichts dagegen: Ein Getaufter hilft den Gemeindebesuchern ihre Steuersachen zu klären....das machen normale Freunde auch oft. Sogar bei dem hohen Grade von älteren Ledigen liegt es nahe, dass ältere Frauen oft später etwas der Gemeinde vererben, sie haben ja keine Kinder, denen man sonst als nächstes gedenken würde.

Zweischneidig wird es aber nun:

Sie hatte eine Tante E.B., Schwester der Mutter, in Nagold. Anscheinend blieb jene trotz Widerwillens in der Gemeinde(wie so viele wohl auch heute). Ihr sagte man, sie solle doch ihr Haus der Gemeinde zukommen lassen, da sie keine Kinder hätten(also wohl ihr verstorbener Mann und sie). Es wurde also Druck ausgeübt.

So etwas gehört sich schon mal nicht, denn so etwas muss von den Personen ohne Druck durch Geistliche kommen. "Sie hat sich gesträubt, aber am Ende doch unterschrieben.", so der weitere Bericht.

Das heisst wohl, man hat mehrmals sie gedrängt, bis sie nachgab. Sie war zuerst dagegen und mithilfe irgendwelcher Aussagen, hat man sie doch dazu gebracht.

Welche dies waren, ist mir nicht bekannt. Ich denke aber, es geht in die Richtung wie "Du warst gesegnet im Leben, so gib doch Gott zurück, was er dir gegeben hat!", "Hab nicht lieb den Mammon, geben ist seliger denn nehmen!", "Lieber Schwester, Gott liebt den fröhlichen Geber!" usw..

Zwar gibt es diverse Bibelpassagen, die auf Mildtätigkeit hinweisen, auch auf die Geldesliebe als schlimmes Übel, doch bezieht sich dies nicht darauf, Institutionen ohne jegliche Erklärung, was mit den Geldern geschehen soll und wird, dieses hinzugeben...Vielmehr scheint mir das NT deutlich auszusagen, wenn Not herrscht und man sie lindern kann, also im konkreten Falle eines Leidenden, den man sieht, dass einem dann das Herz aufgehen soll und man freigebig sein soll und ihm direkt, letztlich schnell merkbar, helfen soll...Denn"was ihr dem Nächsten getan habt, habt ihr mir getan!".

Eine institutionelle Beförderung mit Geldern, die dann für etwas, worüber nicht Rechenschaft gegeben wird, verwendet werden, also ohne Ziel, ist nicht gemeint..Die GET hat letztlich keine besonderen Ziele, alle notwendigen Kosten werden ja sowieso zeitnah durch Spendenaufrufe bezahlt, indem man erklärt, was die Gemeinde nötig habe. Wozu dann also dieses Drängen? Was geschieht mit dem Geld? Sagt man der Gemeinde, die und die habe gerade viel gegeben, deshalb bräuchte man in nächster Zeit weniger Spenden?



Einer anderen Tante von ihr, L.Br., ebenso Schwester der Mutter, wurde die Steuer von G. St. ebenso gemacht. Da sagte jener wohl zu ihr: "Ja, L....., du hast so viel Geld, da kannst du der Gemeinde ruhig ein paar tausend Mark geben!" Dies tat sie dann, 20.000,- wurden es insgesamt.

Hier erfahren wir, dass sogar direkt die Geldgabe angesprochen wurde, je gedrängt wurde. In diesem Fall war es so, dass der Drängende sogleich Lehrbruder/Prediger war. Eine solche Verbindung beginnt dann zu nahe zu werden, ja gefährlich....hier wird dann leicht Christentum mit dem Wunsch nach Geld vermischt und wie leicht ist dann die Verbindung zu ziehen, wer nichts der Gemeinde geben wolle, der sei auch kein rechter Christ. Dabei wird die Machtposition so ausgenutzt, dass man Abhängigen sogar ihr Eigentum abschwatzt.

Diesen Druck ("Ich sollte es tun, dann bin ich ein guter Christ, will doch nicht geizig wirken!" o.s.ä.) haben die Angesprochenen wohl gespürt.

Dabei gibt es keine Belege, dass die Gemeinde mit dem Geld Hochspekulatives macht oder sich Gemeindediener bereicherten, nur, was will die GET mit dem Geld, wenn sie doch so sehr predigt, sich von der Welt abzukehren, dann aber merklich weltliches Interesse am Mammon hat? Die normalen Kosten werden doch schon durch Spenden aufgebracht, also wozu die Extraeinnahmen?

Die Gemeinde gilt als reich, sie hat genug Liegenschaften in ihrem Besitz. Sie braucht doch nichts Zusätzliches!

Wenn z.B: der Seilerhof in Bärau aufgekauft und nach dem jüngsten Zeitungsbericht versucht wurde, ihn zu verkaufen und nun eingeebnet wird, um erstmal einen Parkplatz zu schaffen, so sind genügend finanzielle Mittel vorhanden- die Gemeinde darbt nicht.

(Bericht siehe: http://www.thunertagblatt.ch/region/emm … /26641740)

Warum dann diese Abschwatzungsversuche? Diese werden ja nicht einzigen gewesen sein!



b) Zweiter Bericht:

Hierbei geht es eher um die Tragweite der Einmischung von Gemeindeleitern in die privaten Bereiche und die Konsequenzen, die sich ergeben.

Indirekt wird hierbei auch das Vererben wieder angesprochen und was man Leuten zumutet:

Es wird von der berichtenden Person vermutet, dass Ausgeschlossene bzw. in Strafe Stehende, oder als Freunde nach Nagold ins Altershem Gehende, um besser vor Gott zu stehen und ebenso vor der Gemeindeführung, gerne etwas der Gemeinde geben und vererben.

Konkret wurde dies ein wenig unterbunden, weil das deutsche Erbrecht dies verhinderte.

Der junge Sohn einer Kriegswitwe hatte sich einen Fernseher zugelegt und der Älteste H.L. hatte in der Zeit der "Inquisitionsorgie"n (so seine Bezeichnung der Jahre des Massenausschlusses) den Befehl an die gläubige Mutter gegeben, das Haus "fernsehfrei" zu bekommen. Oder sie sollte das Haus verkaufen und nach Nagold ins Altersheim gehen.

Worum ging es? Natürlich ging es darum, dass der weltliche Einfluss durch das Fernsehen unterbunden werden sollte, dass die Umgebung "heiliger" gehalten werden sollte, indem dieses Gerät und sein Einfluss durch die Entfernung zunichte gemacht würde, nur der Sohn, letztlich nur ein Freund der Gemeinde, dem konnte man dies nicht direkt verbieten. Der Befehl ging also an die Mutter und er ging weiter, quasi im Sinne von (die folgende Gedanken umfassen die Tragweite): "Wenn du das nicht schaffst, befehle ich dir: Verkaufe das Haus, es gehört ja schließlich dir! Dann müssen die ungläubigen Kinder zusehen, wo sie bleiben!"

Letztlich wurde hineingesprochen in die privaten Verhältnisse von Familien, wobei von außen über die Erbmöglichkeiten eines Hauses schon von Ältestenseite ein Urteil gesprochen wurde.

Jetzt kam das deutsche Erbrecht(normales Berliner Testament) dazwischen (ein Glück, man sieht wie wichtig auch ein weltlicher Staat ist, um Tendenzen religiöser Diktatur einen Riegel vorzuschieben), denn der Mutter gehörte nur die Hälfte des Hauses, den Kindern die andere Hälfte, zweckes Veräußerung des ganzen Hauses bedurfte es der Zustimmung der dann um das Haus gebrachten Kinder. Sie hörte von einem ähnlichen Fall (Kinder weggegangen aus der Gemeinschaft), und überschrieb dann ihren Teil den Kindern, also vererbte vorweg es an ihren Kindern, wohl mit der Zusicherung des Wohnrechts.

Somit konnte sie auch nicht ihren Anteil verkaufen. Sie wurde das Haus los, im gewissen Sinne veräußerte sie es für null, verschenkte es, aber es blieb in der Hand ihrer Kinder, die im Haus wohnten. Das Geld stand somit nicht der GET zur Verfügung, falls man darauf später spekulierte.

Der Älteste H.L. sagte der Mutter später: "Du hast mir die Macht genommen!" Hierbei ging es nicht vorrangig um Geld, aber, wer konnte der Mutter nun was sagen und inwieweit konnte dies Folgen für ihren weiteren Familienkreis haben.

Durch dieses vorzeitige Vererben, Überschreiben, hatte H.L. keine Befehlsgewalt mehr über die Abkömmlinge über den Umweg der gläubigen Mutter und konnte nicht in die privaten Besitzverhältnisse mehr hineinreden.

Er konnte aber noch die Mutter strafen, was auch geschah. Sie wurde ausgeschlossen.

Anscheinend bedurfte oder bedarf der Älteste dazu der Zustimmung der Gläubigen, was letztlich nur eine Formalie ist, denn wer wird in der GET gegen den Entscheidungswillen des Ältesten handeln, aber wie später durch einen anonymen Brief bekannt wurde(dessen Urheberschaft sich für die Familie durch die Konstellationen ergab), entschuldigte sich eine ältere Glaubensschwester dafür, dass sie sich gezwungen sah, auch für den Ausschluss zu stimmen.

Die Familie wechselte schließlich zur anderen Seite.

Diese Geschichte bietet keinen konkreten Anhaltspunkt, dass es ums Abschwatzen ging, sie zeigt nur, wieweit man es sich erlaubt ins Private von Gemeindeführungsseite hineinzusprechen. Punkte, die dabei aber auch eine Rolle spielen, sind die Dilemmata, die sich aus dem Willen nach Abschottung ergeben, und dann so nah doch mit Verbotenem konfrontiert zu sein (eben das Fernsehen, die Mutter hätte ja es wagen können, mal zu schauen)...Man will eben nicht von der Welt sein, ist aber in der Welt drin...

Unterschwellig habe ich den Eindruck, dass, sofern jemand aus der GET in die eigenen Altersheime geht, dass dort der Druck wächst, das Vermögen eher der GET zu vererben. Ist man erst dort, so sind andere Einflussfaktoren zu einem guten Teile ausgeschlossen. Diese werden wohl auch teilweise verhindert. Dies wird z.B. dadurch noch gestützt, dass E.L.H. mir berichtete, dass man versuchte, sie davon abzuhalten, ihre Tante im Altersheim Nagold zu besuchen (G.St. rief sie extra an, sie solle sich unterstehen, ihre Tante zu besuchen). Sie fuhr trotzdem, dort meinte man, man könne ihr den Einlass verbieten und versuchte zumindest anfangs gegen individuelle Menschenrechte (Es besteht das Recht auf freie Besuchbarkeit jedes Bewohners) bewusst zu verstoßen(Sie kam schließlich doch hinein, da sie die Musik draußen extra laut andrehte usw.).

Ich hoffe nicht, dass die GET Altersheime die gleiche Wirkung haben wie mittelalterliche Klöster, in die man die ledigen Töchter steckte, und dann ihren Erbteil als Kirche bekam.

Es gibt auch Berichte aus Amerika, wie die GACC versuchte, an das Geld der Abhängigen zu kommen, gerade dort hatte es schon moralisch verwerfliches Niveau erreicht, als z.B. ein Ältester so viel Druck machte, dass jemand anderes(er hatte die Person schon nominiert) als Treuhänder über das Vermögen einer Mutter gesetzt würde, deren Sohn die Gemeinde verlassen hatte und das Vermögen der Mutter verwaltete (es ging hier vornehmlich um Landbesitz und eine Farm mit ihrem Einkünften). Er sollte ausgebotet werden. Nur ein Anruf des Verdacht schöpfenden Anwaltes beim Sohn verhinderte dies.
Interessant ist es, dass in anderer Hinsicht man bestrebt ist, Steuern als Kirche zu sparen und eben nicht grundsätzlich, widerspruchsfrei "dem Kaiser das gibt, was des Kaisers ist",sondern sich Auswege zu suchen versucht. Man war schon steuerlich befreit, versuchte dies aber auszuweiten, weil man auf dem Kirchengrund Wohneinheiten in 1973 gebaut hatte. 1977 führte die GACC hier einen Rechtsprozess und versuchte die Wohneinheiten des Ältesten hinter dem Silvertoner Gemeindehaus steuerlich freizustellen. Man lese nach unter: http://law.justia.com/cases/oregon/supr … 637-6.html.
Gier und Geiz gehen da für mich Hand in Hand....Gier nach Mitbestimmung in private Vermögensbereiche und auf der anderen Seite gleichzeitig Geiz, ungern an den Staat Steuern zu zahlen, gerade als religiöse Organisation, die schon im Sinne der Gemeinnützigkeit begünstigt ist.


Generell scheint es so zu sein, dass zumindest in der Schweiz die GET-Altersheimbewohner wohl 10 % ihres Vermögens später der GET hinterlassen, dies sei auch normal und werde auch gerne so gesehen(so kam auf Nachfrage heraus). Wenn es normal sei, so müsse dieses auch immer wieder durch Leitungspersonen angesprochen werden, es werden also Neubewohner darueber in Kenntnis gesetzt, was man gerne sähe..Und das liegt auch nahe, weil Diener auch in den Heimen z.T. unterschriftsberechtigt sind (Lehramt ist also teilweise deckungsgleich mit einem Amt im Altersheim)...nur wieso? Wozu ist dies nötig? Werden davon irgendwelche Kosten gedeckt und wird dies auch jedem Spender offenbart? Im alten Testament wurde wenigstens der Stamm Levi mit dem Zehnten unterstützt, aber solche Unterscheidungen gibt es weder im Christen- noch im Judentum mehr. Es gibt diese Stämme nicht mehr.





Wo dein Herz ist, da ist dein Gott. Liebt man den Mammon, ist das der Gott für einen! So soll es aber nicht sein!

Beitrag geändert von GET-Wissensinteressierter (19.11.2016 22:45:48)

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